„Das hätte ihr gefallen“ – Bestattungskultur im Wandel
„Könnten wir mit den Trauergästen nach der Trauerfeier noch mit einem Glas Sekt anstoßen, bevor wir gemeinsam in den Friedwald zum Grab gehen? Sie hat das Leben geliebt – das hätte ihr gefallen …“ Anfragen wie diese bekommt man im Gemeindepfarramt immer häufiger gestellt. Wie bei allen Kasualien bringen Angehörige auch beim Abschiednehmen zunehmend ganz individuelle Gestaltungswünsche ein.
Rheinland-Pfalz hat diesem Bedürfnis 2025 mit der Novellierung seines Bestattungsgesetzes viel Raum gegeben: Unter bestimmten Bedingungen sind dort nun die Flussbestattung, die Aufbewahrung der Urne zu Hause und die Beisetzung der Asche im eigenen Garten möglich. Hessen ging fast zeitgleich einen deutlich konservativeren Weg und hält an der Friedhofspflicht fest. Auch wenn uns die rheinland-pfälzische Regelung nicht unmittelbar betrifft, lädt sie dazu ein, über den Wandel der Bestattungskultur nachzudenken.
Wie stellen wir uns als Pfarrer:innen zu der Vielfalt an individuellen Wünschen und Möglichkeiten? Brauchen wir neue Orte des Gedenkens, wenn irgendwann nicht mehr alle Verstorbenen auf dem Friedhof oder im Begräbniswald ihre letzte Ruhe finden? Und welche Formen der Trauerbegleitung sind heute gefragt? Über diese und weitere Fragen kommen wir auf dem Studientag „Bestattungskultur im Wandel“ ins Gespräch – miteinander und mit unseren Referent:innen. Eine Führung durch das Museum für Sepulkralkultur ist ebenfalls geplant.
Am 17. April findet um 17 Uhr im Museum für Sepulkralkultur zudem eine Gedenkfeier für alle Menschen statt, die in Kassel ordnungsbehördlich beigesetzt wurden. Wer nach dem Studientag an dieser Gedenkfeier teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen.
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