Hurra, die Welt geht unter!
Die neue Lust an der Apokalypse
Die Apokalypse hat Konjunktur. „Hurra, die Welt geht unter!“ sangen schon 2015 die Berliner Rapper von K.I.Z zusammen mit Henning May von der Band AnnenMayKantereit. Ihr Song ist ein mit religiöser Symbolik aufgeladener Abgesang auf die moderne Lebens- und Wirtschaftsweise. Im Video schippern sie nach einer apokalyptischen Katastrophe mit einem Floß auf einem sintflutlichen Meer: einfach, aber frei: „Auf den Trümmern das Paradies!“ Die Lust an der Apokalypse ist auch immer Symptom einer Sehnsucht nach Neuem. Das Video wurde 72 Millionen Mal aufgerufen.
Krieg, Klimakatastrophe, KI-Disruption – apokalyptisches Vokabular prägt die Diskurse der letzten Jahre. Der Atomkrieg ist wieder eine reale Gefahr, der Klimawandel hat sich diskursiv zur „Apokalypse“ ausgewachsen – um der Dringlichkeit einer konsequenten Klimapolitik besonderen Nachdruck zu verleihen oder es gerade als „Panikmache“ von „Apokalyptikern“ zu diskreditieren. Das Gespenst einer „AI-pokalypse“ geht um in den Feuilletons. Andere hingegen, wie der Tech-Mogul Peter Thiel, erwarten die Überwindung aller menschlicher Unzulänglichkeiten und seiner fehlerbehafteten Systeme – inklusive der Demokratie – durch ein goldenes, technologisches KI-Zeitalter.
Die Theologie ist mit Apokalyptik seit biblischen Zeiten befasst. Sie weiß darum, dass ein apokalyptisches Weltbild mehr über die Gegenwart als über die Zukunft verrät. Was sagt die Konjunktur apokalyptischer Vorstellungen über unsere Gegenwart? Wie lässt sich theologisch verantwortlich damit umgehen? Der Kurs verbindet exegetische Überlegungen und neuere Ansätze in der Systematischen Theologie, sich mit den letzten Dingen zu befassen, und fragt, wie sich diese für die Praxis etwa in Predigt und Seelsorge fruchtbar machen lassen.
Anmeldung: https://theologisches-studienseminar.de/?sp_cpt=720-die-neue-lust-an-der-apokalypse
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