Kollegiumsklausur Dezember 2018

Ist die Kirche auf dem Weg zur Non-Profitorganisation? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Kollegium des Evangelischen Studienseminars auf der Winterklausur vom 10. bis 11. Dezember und machte sich selbst auf den Weg nach Hamburg. Dort besuchten 13 Mitglieder des Kollegiums die Hauptgeschäftsstelle von Greenpeace Deutschland und erlebten anschaulich: „Wer erfolgreich sein will, muss Arbeit und Organisation konsequent auf die inhaltlichen Ziele ausrichten.“

„Was macht Greenpeace so erfolgreich? Wie tickt eine Non-Profitorganisation? Was sind ihre Stärken und Schwächen? Und was können wir als Kirche davon lernen?“ Mit diesen Fragen im Gepäck kamen wir ins Gespräch mit Geschäftsführer Roland Hipp und Bereichsleiter Dietmar Kress. Diese stellten Greenpeace vor: einen Verein, der sich auf sieben Themenkreise aus dem Bereich des Umweltschutzes fokussiert und sich ausschließlich durch private Fördermitglieder finanziert. Neben der Fördermitgliedschaft gibt es sechs weitere Stufen des ehrenamtlichen Engagements. Die örtlichen Greenpeacegruppen werden mit einer Leitung, einem Pressesprecher und einem Weiterbildenden ausgestattet. Thematische Schulung und Unterstützung stehen im Mittelpunkt. In der Geschäftsstelle werden Informationen zusammengetragen, Kampagnen erarbeitet und durchgeführt. Die Organisation strukturiert sich derzeit um, um schneller reagieren und entscheiden zu können. Das Geheimnis des Erfolgs ist laut Roland Hipp die klare Botschaft und Aufgabe von Greenpeace. In wenigen Sätzen macht er deutlich, worum es geht. Wer hier arbeitet (haupt- oder ehrenamtlich), brennt für die Sache.

Und was bedeutet das für die Kirche? Unterstützt von Prof. Dr. Christian Grethlein, machte sich das Kollegium am Nachmittag daran, kirchentheoretische Klärungen vorzunehmen. Dabei ging es vor allem um die Verengung des Gemeindebegriffs auf die Parochie und das Handeln in institutionellen Strukturen. Christian Grethlein warb dafür, zunächst einmal wahrzunehmen, wo in unserer Gesellschaft überall Kirche zu entdecken ist. Experimentierfelder außerhalb der gewohnten Strukturen könnten der Institution Kirche helfen, ihre Organisationsformen anzupassen. Das Wichtigste aber ist, nicht länger um Strukturreformen zu kreisen, sondern wieder um den Kern. Denn die Menschen sollten nicht nur wissen, wofür Greenpeace, sondern auch wofür die Kirche steht.

 

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