11 Freundinnen und Freunde müsst ihr sein

Trainerin Erichsen-Wendt ist zuversichtlich, dass man sich mit diesen elf Spielerinnen und Spielern genug Potential ins Haus geholt hat, um 2020 ins Titelrennen eingreifen zu können. Erichsen-Wendt über ihre Aufgabe im Team:
,,Das ist wie bei einem Elektriker, der hinkommt und nur einen Wackelkontakt beheben muss, weil eigentlich alles vorhanden ist. Er fügt die richtigen Stecker zusammen und plötzlich ist alles wieder unter Höchstspannung.“

Dank seiner umfangreichen universitären Vorerfahrung ist Dr. Martin Hallaschka die Nummer 1, wenn es um cleveres Aufbauspiel geht. Erichsen-Wendt:,,Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, brauchst du einfach diese Erfahrung auf dem Platz. Allerdings macht es meine Arbeit nicht leichter, denn so ein erfahrener Spieler merkt schnell, ob die Trainerin vor ihm eine Scharlatanin ist oder eben jemand, die ihren Job versteht.“

Mit ihrem außergewöhnlichen Organisationstalent sorgt Katharina Betz dafür, dass das von Erichsen-Wendt vorgegebene Spielsystem zu jeder Zeit eingehalten wird. Dank ihrer Arbeit weiß nicht nur jede und jeder, wo er/sie wann zu stehen hat, sondern auch spontane Fanchoräle werden von ihr als erstes angestimmt.

In seiner Zeit beim Militär hat Lukas Altvater das Verteidigen gelernt. Seinen Gegnern lehrt er am 16er regelmäßig das Fürchten. Wie im Alltag ist er bei seinen Aktionen aber stets stilsicher. ,,Abwehrspieler müssen vor allem eins beherrschen: Mit einem herzlichen Lächeln den Stürmern in die Knochen treten“ - Errichsen-Wendt über die Aufgabe eines Verteidigers.

Robbery war gestern. Als Flügelzange verstehen sich Simon Diederich und Jonas Schindelmann blind. Das bringt die gegnerische Abwehr regelmäßig in Bedrängnis.

Erichsen Wendt über Dierich und Schindelmann: „Fußballer von der Straße sind wichtiger als studierte Trainer.“

Das von Diederich und Schindelmann geschaffene Chaos im Strafraum nutzt Stürmerin Annika Hofmann für sich. Katzenartig spitzelt sie auch bereits verloren geglaubte Bälle ins gegnerische Eck. Ihr Geheimnis will sie nicht verraten, aber ihre regelmäßige Yogapraxis und ihr intuitives Gespür dürften wohl die Grundlage ihrer Treffsicherheit bilden.

Bei der Mannschaft von '74 denkt man vor allem an Beckenbauer, '90 an Matthäus, 2014 an Schweini und Lahm. Beim Vikariatskurs 2020 wird es vielleicht der Name Conrad sein, der im Gedächtnis bleibt. Mit ihrer Fähigkeit das Spiel bis ins winzigste Detail zu lesen, gelingt es Anja Conrad ihre Mitspielerinnen und Mitspieler immer wieder perfekt in Szene zu setzen.

Schindelmann: ,,Der Diederich kennt nicht mal den Unterschied zwischen einer Viererkette und einer Fahrradkette, aber Anja lässt uns trotzdem gut aussehen.“

Tobias Jammerthals Liebe zu vergangenen Traditionen sorgt für die Wiederbelebung der Position des Liberos. Deutschland wäre nach Jammerthal '74 ohne Libero Beckenbauer niemals Weltmeister geworden. Für den Kampf um den Titel 2020 könnte diese Neuerung den Unterschied ausmachen.

Als junge Mutter ist Natascha Weigelt mit allen Wassern gewaschen. Wenn es nass und matschig wird, ist sie in ihrem Element. Während der Gegner bereits die Nerven verliert, strahlt Natascha noch vor Freude.

Wäre Emil Schlichter nach seiner Spielweise benannt worden, würde er heute Emil Furioso genannt werden. Freudestrahlend tanzt er regelmäßig die gegnerischen Abwehrreihen aus und treibt sie schier zur Verzweiflung.

Wie in jedem guten Team wird es auch in dem Vikariatskurs 2020 irgendwann mal zu Konflikten kommen. Als Kapitänin wird Nelli Michels in ihrer schonungslos ehrlichen Art als Erste den Finger in die Wunde legen und Konflikte direkt ansprechen.

Experten rechnen dem Team schon heute gute Chancen auf den Titel aus. Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings, dass die hochveranlagten Einzelspieler*innen als Team zusammenwachsen. Denn es nützt nichts, elf Spitzenkickerinnen und Spitzenkicker zu haben, die keine Mannschaft sind. Oder - um es mit Holger Stanislawski zu sagen: „Ich will nicht die besten Elf, sondern die beste Elf!“

Auf die Frage nach dem Titel antwortet Erichsen-Wendt ausweichend: ,,Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“

 

J. Schindelmann

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